Die Möwe


Pressestimmen

Regisseur Andreas Wiedermann hat den Text um einen Gutshof, auf dem die Schauspieldiva Irina Arkadina mit ihrem Tross an Bewunderern ein und aus geht, klug gekürzt und sanft modernisiert. (...) Das Team haushaltet clever mit der Tschechow-Komik, auf die man sich bei all dem Elend erleichtert stürzen mag. Es macht erstaunlich wenig aus, dass Wiedermanns Schauspieltrupp hauptsächlich aus Menschen um die 30 besteht, von denen aber ein paar wesentlich ältere Figuren spielen. Was, da gerade das Altern und die bittere Erkenntnis, dass doch nicht alles gut wird, am Ende ein wichtiges Thema bei Tschechow ist. Es ist glaubhaft, weil keine der Figuren übertrieben auf alt macht. Dann ist Irina Arkadina (Theresa Hanich) eben eine ganz besonders jung gebliebene alternde Schauspiel-Diva, was soll's? Dieses Selbstbewusstsein macht diese "Möwe" zu einer sehr großen Freude.
Süddeutsche Zeitung

Dabei hat Russlands größter Bühnenautor das Stück ausdrücklich als Komödie bezeichnet. Und daran hält sich Regisseur Andreas Wiedermann mit seinem Theater Plan B. Was ja nicht heißen soll, dass wir im Teamtheater einem Schenkelklopfer beiwohnen. Aber gerade dadurch, dass hier nichts düster dräut und oft gelacht werden darf, entstehen ja die Abgründe, die Einsamkeit der Figuren, die sich aus Langeweile und Freudlosigkeit gegenseitig piesacken und verletzen. Das Schönste an dieser genau gezeichneten Inszenierung ist: Wiedermann und sein Ensemble nehmen die Sprache beim Wort. (...)
Die junge Truppe ist mit Leidenschaft und ungekünstelt heiligem Ernst bei der Sache. Es geht mit Verve und Herzblut voran. Die wenigen Requisiten, die Video-Einspielung machen aus der Not eine treffsichere Tugend. Vollblut-Theater!

AZ München

So wirkungsvoll, wie die Darsteller der Nebenrollen agierten, behaupteten sich auch die Darsteller der Hauptrollen. Allen voran Theresa Hanich als Starschauspielerin Irina Nikolayevna Arkadina. Sie war eloquent, wenn es darum ging, ihre Person zu spiegeln, arrogant und ignorant in ihrer Langeweile und bissig wie eine Hyäne, wenn es um die Verteidigung ihrer Pfründe ging. Zu ihrem Besitz gehörte auch und vor allem der Autor Boris Alekseeviv Trigorin (...)
Theaterkritiken München